Zuschussprogramm für Privatinvestoren nochmals verbessert!

Das bereits in 2013 aufgelegte Förderprogramm erstattet Privatinvestoren, die sich an Startups mit Eigenkapital beteiligen, 20 % ihrer Einlage als nicht rückzahlbaren Zuschuss.

Dieses Förderinstrument lässt sich hervorragend für die Akquisition von privaten Investoren, wie z.B. Business Angels, einsetzen. Seit 2017 ist zusätzlich die Exitzuschuss-Komponente hinzu gekommen. Demnach erhalten Investoren 25 % der Steuern auf den etwaigen Veräußerungsgewinn des Geschäftsanteils pauschal erstattet. Eine wesentliche Voraussetzung ist u.a. der Nachweis des Innovationsgrades des Produktes oder der Dienstleistung. Etwas vergleichbares darf es am Markt noch nicht geben.

Wie kann diese Innovativität belegt werden?

Das kann beispielsweise über eine Patentschrift oder ein eingetragenes Gebrauchsmuster erfolgen. Oder das Start-Up beantragt bei der BaFa die Erstellung eines Kurzgutachtens, welches dann durch den authorisierten und technisch versierten Projektträger Jülich erstellt wird.

Welche weiteren Voraussetzungen müssen vorliegen?

Um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen, muss der Investor dem Startup mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Sind Zahlungen des Investors an das Startup an die Erreichung von Meilensteinen geknüpft, gilt die Grenze von 10.000 Euro für jede einzelne Tranche des Investments. Die Tranchen können höchstens über einen Zeitraum von 15 Monaten gestreckt werden.

Das Startup muss zwingend eine Kapitalgesellschaft (UG, GmbH oder AG) sein. Zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten nachfolgende Kriterien:

  • nicht älter als 10 Jahre
  • kleines Unternehmen i.S.d. EU-KMU-Definition
  • nicht an der Börse gelistet
  • der Hauptsitz in der EU, in Deutschland mindestens eine Betriebsstätte
  • Zweigniederlassung
  • in einer innovativen Branche tätig; dazu gibt es einen Kriterienkatalog
  • kein “Unternehmen in Schwierigkeiten” im EU-rechtlichen Sinne.

Auch für den sich beteiligenden Privatinvestor gelten Regeln: Natürliche Person mit Hauptsitz in der EU oder Beteiligungs-GmbH, die

  • auf eigene Rechnung und mit eigenem Geld investiert,
  • keine Kredite dafür aufnimmt,
  • nicht bereits Gesellschafter ist und
  • nicht bereits mit dem Unternehmen verbunden ist.

Erstattung von Steuern auf Veräußerungsgewinnen
Mit Wirkung 01.01.2017 ist das Förderprogramm noch um eine interessante steuerliche Komponente für den Investor erweitert worden. Danach erhält der Investor 25 % des Veräußerungsgewinns seines Anteilsverkaufs erstattet. Das gilt allerdings nur für Investoren, die sich als Privatperson beteiligt haben, nicht für Beteiligungs- oder Vermögensgesellschaften. Die Höchstgrenze der Erstattung liegt bei max. 80% der getätigten Investition. Das Förderprogramm läuft bis zum 31.12.2020.

Weitere Details sind nachzulesen unter: http://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/invest_merkblatt_fuer_investoren.pdf?__blob=publicationFile&v=4